Aktuelles

Tipps vom Jimdo-Gründer

Ein Höhepunkt der Siegerehrung war der emotionale Auftritt von Fridtjof Detzner. Der Gründer von Jimdo gewann 2015 den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Aufsteiger“. Beim Finale gab er sein Wissen an die Nachwuchsgründer weiter.

Fridtjof Detzner
Der Jimdo-Gründer Fridtjof Detzner berichtete als Gastredner auf
der Preisverleihung, wie er und Christian Springub mit 16 Jahren
ihr erstes eigenes Unternehmen gründeten.
Foto: Klaus Knuffmann

Fridtjof Detzner beeindruckte das Publikum vor allem mit seinem neuesten Abenteuer. Der Gründer des bekannten Unternehmens für Website-Baukästen hat sich mittlerweile aus dem operativen Geschäft von Jimdo zurückgezogen. Im letzten Jahr moderierte er die TV-Serie „Founders Valley“ des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle und besuchte Entrepreneure in acht asiatischen Ländern – von der Mongolei über Malaysia bis nach Indien. Die UN hat 17 Nachhaltigkeits-Probleme definiert. Einige davon nahm sich das Team von „Founders Valley“ als Leitfragen und lernte dabei Gründer kennen, die genau in diesen Feldern arbeiten und nach inspirierenden Lösungen suchen. Dazu gehören zum Beispiel das urbane Leben in Hongkong, der Klimawandel in Bangalore, die Versorgung mit Essen in Indonesien oder die Umweltverschmutzung in Indien.

Mit eigenen Augen zu sehen, wie Kinder arbeiten müssen, Plastikmüll Strände verschmutzt oder kein sauberes Trinkwasser verfügbar ist, waren für Fridtjof Detzner sehr bedrückende Erlebnisse. Daraus formulierte er eine wichtige Botschaft an die Nachwuchsgründer: „Welches Problem wollt ihr lösen, um die Welt besser zu machen? Ihr dürft entscheiden, was ihr macht. Gründen kann mega viel bewirken, wenn man als Unternehmer wirklich helfen möchte. Es ist eine echte Chance, etwas zu verändern. Nutzt sie!“, sagte er und erhielt dafür tosenden Applaus.

Jimdo – Wie alles begann

Bei der Preisverleihung berichtete Fridtjof Detzner natürlich auch von seinen eigenen Anfängen. Schon als Schüler habe er angefangen, Websites zu programmieren. Mit sechzehn nahm die Idee konkretere Formen an. Mit seinem Freund Christian Springub gründeten sie in Cuxhaven ihre erste Webagentur. Das Gewerbe mussten die Eltern anmelden – schließlich waren sie noch minderjährig. In dieser Zeit entstand die Idee des Baukastens für eigene Websites – ganz ohne Programmierung – sowie ihre Vision: „Die Power des Internets für normale Leute verfügbar machen.“

Auch Freund Matthias Henze war sofort von der Idee überzeugt. Zu dritt zogen sie für eineinhalb Jahre auf den Bauernhof von Fridtjofs Eltern. Die erste Version ihrer Software entstand ohne Geld in einem alten Schweinestall. „Etwas anzufangen ohne zu wissen, wohin es einen führt, ist die eigentliche Faszination des Gründens“, so der Unternehmer. 2007 haben die drei Jimdo gestartet. Heute arbeiten ca. 200 Mitarbeiter in den Büros in Hamburg und Tokio. „Unsere Gründung war eher Zufall. Ich selbst hatte das Berufsbild Unternehmer damals nicht auf dem Radar. Ich hätte mir gewünscht, von so einem Schülerwettbewerb zu erfahren. Es ist super, wenn man so früh an das Thema Gründen herangeführt wird.“

Weitere Informationen zur Serie „Founders Valley“: http://www.dw.com/en/tv/founders-valley/s-40092519

Alle Videos: http://www.dw.com/en/media-center/all-media-content/s-100826?type=18&programs=39659177