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Einblick in die Juryarbeit – Interview mit Jan Boris Wintzenburg

Als Wirtschaftsjournalist beim stern interviewte und portraitierte Jan Boris
Wintzenburg bereits viele Top-Manager oder schrieb über Unternehmensskandale. Als Juror beim Deutschen Gründerpreis für Schüler versucht er, jedes Jahr die besten Nachwuchsgründer zu finden.

Jan Boris Wintzenburg
Bei der Preisverleihung in Hamburg begrüßte Jan Boris
Wintzenburg das Publikum und trat als Laudator auf.
Foto: Klaus Knuffmann

Herr Wintzenburg, in Ihrer täglichen Arbeit haben Sie vor allem mit den etablierten Unternehmern zu tun. Ihnen liegt aber auch der Nachwuchs am Herzen. Was führte Sie zum Deutschen Gründerpreis für Schüler und warum ist Ihnen das Projekt wichtig?
Wenn ich über die etablierten Unternehmen berichte, dann schreibe ich über die Wirtschaft der Vergangenheit: Historische Errungenschaften, abgeschlossenes Wachstum, alte Sünden. Der Gründerpreis für Schüler ist die Wirtschaft der Zukunft: Brillante junge Menschen, die Großes erst noch auf die Beine stellen werden. Das macht einfach Spaß!

Wie geht die Jury bei der Wahl der Top Ten vor und wie groß war der Diskussionsbedarf in diesem Jahr?
Jedes Jurymitglied liest mehrere Businesspläne ganz intensiv und referiert dann den anderen die Kernpunkte. Danach gleicht man die Stärken und Schwächen ab. In diesem Jahr haben wir lange diskutiert, denn das Feld lag an der Spitze relativ dicht zusammen. Viele Geschäftspläne waren herausragend, Schwächen musste man wirklich suchen.

Was hat Sie in der aktuellen Spielrunde besonders beeindruckt?
Fast alle Teams haben in der einen oder anderen Weise auch das Thema Nachhaltigkeit angesprochen. Es ist schön zu sehen, wie sehr junge Menschen sich mit dem Erhalt unserer Umwelt beschäftigen und dies in ihre ökonomischen Überlegungen einbeziehen. Es geht ihnen erkennbar nicht nur ums Geldverdienen.

Wie haben sich die Geschäftskonzepte, aber auch die Jugendlichen im Laufe der Zeit verändert?
Auch dank der digitalen Informationsmöglichkeiten werden die Geschäftspläne immer professioneller. Und dank unserer Kooperation mit Jimdo sind inzwischen auch die Websites oft nicht von denen echter Firmen zu unterscheiden.

Angenommen Sie würden ein eigenes Unternehmen gründen wollen, welche Geschäftsidee(n) spukt Ihnen – vielleicht immer schon – im Kopf herum?
Ein gutes Restaurant mit mediterran angehauchter, grüner Küche. Das ist krisensicher, denn gegessen wird schließlich immer. Und ich könnte selber kochen – was ich wirklich gerne tue.