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„Ich habe gelernt, wie ich mich in der Wirtschaftswelt durchsetzen kann“

Beim Gründerpreis für Schüler 2018 schaffte es Emma Louisa Neugebauer mit ihrem Team vom Internat Schloss Hansenberg auf den 8. Platz. Beim "Tag der Vorbild-Unternehmerinnen" in Berlin berichtete sie über den Wettbewerb, der an der Schule ein wichtiger Bestandteil der Berufs- und Studienorientierung ist.

Emma Louise Neugebauer
Emma Louise Neugebauer mit Teresa Bücker, Chefredakteurin von
Edition F, und Mitschülerin Antonia Bleser (v.l.n.r.) beim Tag der
Vorbild-Unternehmerinnen.

Emma, beim Tag der Vorbild-Unternehmerinnen hast du über deine Erfahrungen im Wettbewerb erzählt. Was hast du beim DGPS gelernt?
Emma: Auf eigenen Beinen zu stehen und sich in gewisser Weise selbstverwirklichen zu können, war für mich schon immer eine coole Vorstellung. Ich wusste aber nie, wie man dabei vorgeht, was die ersten Schritte sind. Durch das Planspiel habe ich ein Bild davon bekommen, was mit dem Gründen alles einhergeht, welche Aufgaben ich tragen müsste. Der Wettbewerb hat eine Unternehmensgründung einfach sehr viel realer gemacht und mir die Angst davor genommen. Ich habe gelernt, wie ich mich in der Arbeitswelt, der Wirtschaftswelt, durchsetzen kann und dass wir das auch als Schüler schon schaffen können. Im Moment sind wir alle mit dem Abitur beschäftigt, aber nach der Schule wäre das eine Option für mich und vielleicht auch für das Team.

Und welche Tipps hast du vom „Tag der Vorbild-Unternehmerinnen“ mitgenommen?
Emma: Bei der Veranstaltung waren viele starke Frauen vertreten. Dazu gehörten lokale Unternehmerinnen, die Gründerinnen und junge Talente fördern möchten. Wir haben unglaublich viele Visitenkarten von Unternehmerinnen erhalten mit dem Angebot, dass wir uns bei Fragen jederzeit melden können. Ich hatte den Eindruck, dass es keinen Konkurrenzgedanken untereinander gibt, sondern sich alle gern unterstützen und konstruktive Kritik geben. Das fand ich total eindrucksvoll und hat mir Selbstbewusstsein gegeben. Genau das habe ich mit nach Hause genommen: Frauen sollten selbstbewusster sein und so auftreten. Deshalb wäre es toll, wenn in Zukunft auch mehr Mädchen an Gründungswettbewerben teilnehmen. An unserer Schule sind die Mädchen im Moment noch etwas zurückhaltender als die Jungen.

Wie seid ihr eigentlich auf die Geschäftsidee zu Found it! gekommen?
Emma: Found it! ist ein Sender, der sich an Gegenständen anbringen und bei Verlust mit einer App orten lässt. Die Idee dazu kam von unserem Teammitglied Laurenz Thielecke. Er musste seiner Mutter immer suchen helfen, wenn sie etwas verlegt hatte. Das hat ihn ziemlich genervt und deshalb dachten wir, dass diese Erfindung, das Leben vieler Menschen erleichtern könnte.

Wie habt ihr im Team zusammengearbeitet?
Emma: Jeder von uns hat sich um einen eigenen Themenbereich gekümmert. Ich war für das Marketing verantwortlich. Wir haben gegenseitig Korrekturgelesen oder uns Tipps gegeben und dabei konnte jeder seine Stärken einbringen. Bei mir hat sich zum Beispiel gezeigt, dass ich viel empathischer bin, als die meisten Leute aus meinem Team. Die Mischung aus Jungs und Mädchen und die verschiedene Charaktere haben uns sehr geholfen.

Wie war es für euch, als eines von bundesweit zehn besten Teams in Hamburg ausgezeichnet zu werden?
Emma: Wir waren auf jeden Fall total begeistert, dass wir zum Finale eingeladen wurden und sich die Mühe der vergangenen Monate ausgezahlt hat. Es fühlt sich immer noch krass und unglaublich an. Vor der Präsentation unserer Geschäftsidee bei der Siegerehrung waren wir natürlich alle total aufgeregt, denn wir wussten, dass uns dort hochkarätige Personen zuhören werden. Aber wir haben das gut gemeistert.

Wenn du nun auf die Spielphase zurückblickst, was würdest du heute anders machen?
Emma: Ich würde auf jeden Fall auf das Timing oder die Organisation achten. Mir würde es nicht nochmal passieren, dass man erst zwei oder drei Tage vor der Frist bemerkt, dass eine Aufgabe noch nicht fertig ist. Zudem würde ich die Kritik, die wir zu unserem Businessplan und Finanzplan bekommen haben, berücksichtigen und daraus neue Energie schöpfen.

Welche Tipps hast du für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Spielrunde 2019?
Emma: Ganz wichtig ist das Team, in dem man zusammenarbeitet. Man verbringt ja viel Zeit miteinander und bearbeitet die Aufgaben gemeinsam. Daher ist es wichtig, dass man sich mit den Personen auch wohlfühlt. Ansonsten sollte man einfach sein Bestes geben.

Und welche Tipps hast du für die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer?
Emma: Das Wichtigste ist, dass sie viel Vertrauen in das Team haben und dass sie die Schüler motivieren können. Ansonsten ist es natürlich sehr hilfreich, wenn sie immer für Fragen offen sind, diese so präzise wie möglich beantworten und veranschaulichen. Das hilft, die Themen besser zu verstehen.